Volksschule Restof ist Vorbild! SPÖ holt Schulen der Zukunft vor den Vorhang
Der Reformmotor im heimischen Schulwesen läuft dank Unterrichtsministerin Dr.in Claudia Schmied auf Hochtouren und viele wertvolle Projekte sind bereits auf Schiene: Die flächendeckende Einführung der Neuen Mittelschulen und die neue Organisation der Lehrkräfteausbildung sind dabei herausragende Erfolge. Auch der Ausbau von ganztägigen Schulformen und die Senkung der Klassenschülerzahlen auf 25 sind Vorzeigeprojekte. Zusätzlich ist mit dem Gratiskindergartenjahr, den Bildungsstandards und der verbesserten Sprachförderung enorm viel geschehen. Äußerst engagierten DirektorInnen und Lehrkräften ist es bereits gelungen, die Reformziele der Bildungsministerien in Form von Schulen der Zukunft real zu verwirklichen. Diese herausragenden Schulen der Zukunft, in denen Schulkinder und Lehrkräfte ein modernes Verständnis von Schule geschaffen haben, will die SPÖ vor den Vorhang holen. Sie sind bildungspolitische Leuchttürme, die zeigen wie Schulen in Zukunft in ganz Österreich aussehen können und sollen – nach erfolgreichem Abschluss der Bildungsreform. Dazu überreicht heute 2. Landtagspräsidentin Gerda Weichsler-Hauer bildungspolitische Schultüten an Direktorin Edith Tischlinger und ihr Lehrerinnenteam. Die Schultüten sind allerdings nicht wie sonst mit Süßigkeiten gefüllt, sondern ganz den Ansprüchen der vorbildlichen Schulen entsprechend mit Information und Motivation zu den Themen Schule der Zukunft und moderne Pädagogik. „Die Schule hat ein Sprachprogramm für SchülerInnen mit geringen Sprachkenntnissen entwickelt, das über MP3-Player vermittelt wird“, sagt Gerda Weichsler-Hauer. „Dafür“, so Gerda Weichsler-Hauer, „ist diese Schule über den Bezirk hinaus bekannt und auch schon prämiiert worden.“ In diesem Schuljahr startet darüber hinaus ein Waldklassenprojekt. Der Schwerpunkt liegt in der naturpädagogischen Arbeit, wo das Lernen und Forschen in der Natur im Vordergrund stehen. Meilensteine auf dem Weg zu mehr Chancengerechtigkeit im Schulwesen sind: 1. Gemeinsame Schule der 10-14-Jährigen Die BildungsexpertInnen sind sich einig: Es ist unmöglich, schon mit 10 Jahren die Begabung und Leistungsfähigkeit eines Kindes vorherzusehen. Deshalb führt die frühzeitige Aufteilung der Schulkinder in verschiedene Schularten zu vielen Fehlern. Nur in Österreich und in einigen deutschen Bundesländern gibt es die frühe Selektion nach der Volksschule. Die anderen europäischen Staaten bilden ihre Schulkinder deutlich länger gemeinsam aus – Vorbilder sind einmal mehr die bildungspolitisch erfolgreichen skandinavischen Staaten. Die gemeinsame Schule verbessert die Chancengerechtigkeit für alle Schulkinder, ohne dass es auf den sozialen Hintergrund ankommt. Für Österreich ist das besonders wichtig, weil in keinem Land der Welt die Bildungschancen so stark vererbt werden wie in Österreich (lt. Studie des Educational Policy Institutes in Washington). Die frühzeitige Trennung der Schulkinder im derzeitigen Schulsystem führt auch zum hohen Anteil von RisikoschülerInnen: So zählen laut den jüngsten Erhebungen (PIRLS, TIMMS) 20% der heimischen Schulkinder zur Risikogruppe bei Lesen, 30 % zur Risikogruppe bei Mathematik und 21% zur Risikogruppe in Naturwissenschaften. 2. Kindgerechte Ganztagsschule Ganztägige Schulformen unterstützen die ganzheitliche Entwicklung der SchülerInnen. Besonders wertvoll sind dabei jene Ganztagsschulen, die für einen kindgerechten Tagesablauf mit Abwechslung zwischen Bewegung, Unterricht, Freizeit und Lernen sorgen. Diese kindgerechten Ganztagsschulen gibt es derzeit erst vereinzelt. Es zeigt sich jedoch – auch aufgrund der Rückmeldungen von Eltern, Kinder und Lehrkräften –, dass diese Schulen die bildungspolitische Zukunft bilden. Sie sind nicht nur kindgerecht, sondern auch familiengerecht, weil alles Lernen in der Schule stattfindet und dadurch zu Hause echte Zeit für Gemeinsamkeit geschaffen wird. Sie verringern nachweislich die Durchfallsquoten und sie sorgen für einen deutlich niedrigeren Aggressivitätslevel der Schulkinder, der Umgang der Kinder untereinander verbessert sich spürbar. Das Wichtigste ist aber, dass es diesen kindgerechten Schulen gelingt, die Freude am Lernen zu erhalten und Kinder so gerne in die Schule gehen. Auch Lehrkräfte sind begeistert, weil motivierte Schulkinder sowohl den Schulalltag wie auch die Unterrichtsqualität aufwerten. 3. Ressourcensteuerung gemäß Sozialindizes Schulen mit schwierigen Rahmenbedingungen brauchen mehr Ressourcen, um den gleichen Lernerfolg wie andere Schulen zu ermöglichen. Diese an sich logische Tatsache wird im Schulsystem derzeit noch nicht ausreichend gelebt. Um dieses Manko auszugleichen, haben die Linzer Universitätsprofessoren Altrichter und Bacher einen Sozialindex entwickelt, der auf Basis einer Reihe von Informationen über die Schulkinder den pädagogischen Bedarf der Schule errechnet. Gemäß diesem Index sollen die Schulen zusätzliche Mittel und auch zusätzliche Lehrkräfte erhalten, um ihren bildungspolitischen Auftrag erfüllen zu können. Der Hintergrund ist klar: Österreich kann und darf sich nicht länger mit dem hohen Anteil an RisikoschülerInnen zufrieden geben. Jedes Schulkind – unabhängig vom sozialen Hintergrund – muss in jeder öffentlichen Schule gerechte Bildungschancen vorfinden. Die Ressourcensteuerung mittels Sozialindizes schafft die notwendigen Rahmenbedingungen für diese gerechten Bildungschancen. In den Schultüten für die Schule der Zukunft befinden sich folgende Bücher: Die Pilzstraßenband von Renate Moran (geschrieben und illustriert) Die Geschichte der EUOIA Pilzstraßenband erzählt von bunten Würmern mit Ohren und mit fremdländischen Namen, die Musik machen, wenn sie sich bewegen. Auf lustvolle, spielerische Weise tauchen die Kinder in die Welt der Farben, Buchstaben, der Musik, in die große Welt der Wörter ein und in die Vision eines gelungenen Zusammenlebens. Die Geschichte ermöglicht eine erste Annäherung an ein Demokratieverständnis, das davon geprägt ist, dass jeder vom anderen lernen kann, dass jeder optimal gefördert werden muss, um seine Fähigkeiten zu entwickeln und sie für andere nutzbar zu machen. Ein Buch für Omas, Opas, Eltern, KindergartenpädagogInnen, LehrerInnen und Bildungsinteressierte und für alle Kinder dieser Welt. Steckbrief Gesamtschule von Dr. Rupert Vierlinger Univ. Prof. Dr. Rupert Vierlinger (ehem. Rektor der Pädagogischen Akademie der Diözese Linz) ist ein leidenschaftlicher Anwalt aller SchülerInnen, ihrer Eltern, der engagierten LehrerInnen und ein Kämpfer für eine chancengerechte gemeinsame Schule bis zum Ende der Schulpflicht. Eine echte Gesamtschule saniert das psychosoziale Klima in der Schule der 10- bis 14-Jährigen: Keiner wird ausgegrenzt, die SchülerInnen sind keine Rivalen, sondern Partner: Die Devise lautet nicht mehr: "Übertreffe die Anderen", sondern "übertriff dich selbst." Heterogenität ist kein Feind, sondern eine Chance für alle Begabungen und Talente. Niemand darf zurückgelassen oder "aussortiert" werden, die echte Gesamtschule verzichtet auf Selektion mit 10 Jahren, sie antwortet auf die leistungsmäßige Verschiedenheit nicht mit Aussortierung, sondern mit kreativer Variation der Methoden. Gehirn für Einsteiger von Dr.in Manuela Macedonia Dieses Buch legt in anschaulicher und verständlicher Weise neueste wissenschaftlich gesicherte Erkenntnisse darüber vor, wie Lernen überhaupt funktionieren kann und entlarvt allerlei Falschannahmen darüber. Dies ist ein interessantes Buch, das in verständlicher Sprache für Laien die Grundlagen des Lernens darlegt. Es liefert die Beweise, dass Lernen anders funktioniert als es vielfach praktiziert wird. Dieses Buch muss daher in die Bibliothek von allen, denen beste Bildung unserer Kinder ein Anliegen ist. Bild (©SPÖ), von links: Gerda Weichsler-Hauer, Direktorin Edith Tischlinger und die beiden Lehrerinnen Birgit Schörkhuber und Ursula Lammer.